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Der Samojede, auch Samojedenhund genannt, zählt mit seinem prachtvollen weißen Fell neben dem Husky zu einer der beliebtesten Schlittenhunderassen. Er ist dem Menschen gegenüber meist aufgeschlossen, fröhlich und temperamentvoll. Jedoch neigen sie gelegentlich zu Eigenwilligkeit und Sturheit. Was diesen Hund noch besonders auszeichnet ist seine charmante Freundlichkeit gegenüber dem Menschen. Anderen Hunden begegnet er mit  Natürlichkeit und Harmonie. Wegen seinem typischen Lächeln, was er jeden Tag zur Schau stellt, ist er als die Hunderasse mit dem lächelnden Gesicht bekannt.

Der Samojede ist ein lebhafter, anhänglicher und aufgeschlossener Hund, der voller Tatendrang ist. Da er in seiner sibirischen Heimat ursprünglich als reines Arbeitstier diente, verfügt der heutige Samojede über genauso einen ausgeprägten Bewegungsdrang wie damals. Der Samojede will ausreichend körperlich beschäftigt und viel bewegt werden. Auch geistig benötigt der intelligente Samojede eine fordernde Beschäftigung, sonst wird ihm schnell langweilig.

Ursprung der Rasse

Da der Samojede eben als ursprünglicher Arbeitshund in arktischem Klima (Westsibirien) gezüchtet wurde, ist er dementsprechend robust, ausdauernd und aktiv. Ein richtiger Allrounder, der auch Rentiere gehütet, Schlitten gezogen und die Kinder in den Yurten gewärmt hat. Die Samojeden haben ihren Ursprung in Sibirien, aber wurden erst durch eine Zucht in England zu dem Samojeden, die wir hier in Europa kennen. Daher gibt es heutzutage die Arbeitstiere und die europäischen Samojeden, die man als Familienhunde hält. Es hat sich somit erwiesen, dass der Samojede erstaunlich anpassungsfähig an ein europäisches Familienleben ist.

Durch eine sehr enge Bindung an den Menschen, ist der Samojede ausgesprochen menschenbezogen, sanft und anhänglich, aber auch distanzierter, wenn ihm etwas zu viel wird. Damals hatte der Samojede ab und an die Aufgabe zu wachen, heutzutage würde er die Einbrecher freudig zum Tee einladen. Einen gewissen Grad an allgemeiner Bellfreude kann ihm dennoch nicht abgesprochen werden. Vor allem wenn es darum geht, freudig seine Familie zu begrüßen oder einer Aktivität nachzugehen, die ihm Freude bereitet.

Der Samojede in Mode

Aufgrund des Aussehens wird heutzutage leider diese Rasse vermehrt gekauft, ohne dass hier wirklich hinterfragt wird, ob man dieser Rasse gerecht werden kann. Da er einen ausgesprochen temperamentvollen und eigensinnigen Charakter aufweist, ist er in meinen Augen weder ein geeigneter Anfängerhund, noch ist er geeignet für Menschen, die nur wenig Zeit für ihn aufbringen können und sich dieser Aufgabe nicht bewusst sind. Er will jeden Tag ausgiebig bewegt und geistig beschäftigt werden. Natürlich sollte hier die Ruhephasen nicht von der Hand gewiesen werden. Auch die Fellpflege des Samojeden erfordert eine regelmäßige und intensive Pflege. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie bei jeder Hunderasse, aber der Verantwortung sollte man sich dennoch bewusst sein.

Der Samojede als Familienmitglied

Der Samojede braucht in der eigenen Familie einen gewissen Anschluss, wodurch er auch als sehr kinderlieb gilt und auf sein „Rudel aufpasst“. Ebenfalls ist das Zusammenleben mit anderen Haustieren bei entsprechender Gewöhnung meist problemlos, wenn man sie frühzeitig aneinander gewohnt. Für Zwingerhaltung würde sich der Samojede trotz des wetterfesten Felles überhaupt nicht eignen, weil er doch den Anschluss zu seiner Familie oder dem Rudel benötigt. Bei ausreichend Auslastung im Freien, ist der Samojede auch ohne Garten glücklich. Hier liegt aber die Betonung auf ausreichend, da eine kurze Runde um den Block selten genügt.

Der Samojede im Sport

Um den Samojeden als ausgeglichenen, sanften Hausgenossen zu erleben, braucht er wie oben schon beschrieben die richtige Bewegung oder Beschäftigung. Als Beschäftigung kann man dem Samojeden in Ausbildung zum Rettungshund fördern, genauso wie im Agility- oder Zughundesport (Canicross etc.). Im Zughundesport sind sie geeignete Ausdauer Sportler und eher nicht die Sprinter. Ansonsten sollte dem Samojeden eine Auslastung als Ausgleich angeboten werden, die ihm eine Aufgabe gibt. Hier bitte nach dem Charakter vorgehen.

Die Erziehung sollte daher sehr konsequent, mit klar definierten Regeln, aber ohne Härte erfolgen, da die Hunde gern diskutieren und sehr oft alles in Frage stellen. Hier wird eine kollegiale Partnerschaft mit gewissen „eigenen“ Entscheidungen mehr geschätzt als eine Hierarchie innerhalb des Hauses. Der Samojede will in seiner Aufgabe motiviert werden, um einen Sinn in der gestellten Aufgabe zu sehen. Der Samojede ist sehr selbstbewusst und intelligent genug, um immer wieder zu hinterfragen, ob er sich nicht doch mit seinen eigenen Ansichten durchsetzen kann und seinen eigenen Weg geht.

Pflege

Regelmäßiges Bürsten ist Pflicht. Meistens ein- bis zweimal die Woche. Im Fellwechsel verliert der Samojede zudem Unmengen an Haaren, die sich als Flusen auf dem Boden sammeln. Staubsaugen steht hier auf der Tagesordnung. Hier bietet es sich an, ein bis zweimal im Jahr einen Hundefrisör aufzusuchen, der alles rausbürstet. Zwei Müllsäcke an Fell kommen da dann meist zusammen. Bitte hier aber auch beachten, dass Samojeden unter keinen Umständen geschoren werden sollen, da die Wolle sowohl vor Kälte als auch Hitze schützt.

 Unsere Erfahrung

Einige der obigen Punkte beschreiben unseren eigenen Samojeden Elyon ganz gut. Er ist ein sturer Samojede, der manchmal einfach wirklich nicht hören will und seinen eigenen Weg geht. Hier braucht es viel Zeit und Geduld, Lösungen zu erarbeiten, um einen Kompromiss für beide Parteien zu finden. Jedoch macht er durch seine aufgeschlossene und fröhliche Art alles wieder wett. Ein Hund zum Kuscheln ist er dennoch nicht. Vielleicht mal 10 – 30 Minuten, diese werden dann aber in vollen Zügen genossen.

Natürlich ist auch dies charakterabhängig, wie bei jeder anderen Hunderasse. Jedoch neigen viele Samojeden zur Distanz und das sieht man bei Elyon auch. Aufgrund der Wärme oder auch der zu vielen Nähe bevorzugt Elyon eher den kalten Boden. Ein Körbchen ist hier nicht von Nöten. Sie überraschen einen immer wieder und wir als Menschen können viel von Ihnen mitnehmen und lernen. Durch meinen eigenen ruhigen Charakter habe ich Elyon schon von klein auf Ruhe vermittelt und dies strahlt er bis heute aus. Dies war für mich selber ein wichtiger Aspekt, da Elyon mit ins Büro und auch ab und an alleine und ruhig bleiben muss.

Appell an euch

Wie ihr selbst lest, sollte ein Kauf von einem Samojeden wohl überlegt sein. Nicht alle Hunde sind passend für bestimmte Charaktere, nur weil sie gut aussehen. Hier solltet ihr euch wirklich überlegen welche Ansprüche ihr an den Hund und an euch selbst habt. Will ich sehr viel Nähe oder reicht es mir auch nur vielleicht zehn Minuten am Tag zu kuscheln? Kann ich einem Samojeden die nötige Bewegung bieten? Habe ich die Geduld für die ganze Fellpflege? Wenn ihr alle Fragen ehrlich für euch mit ja beantworten könnt, dann steht einem Samojeden nichts im Wege. Die Verantwortung was so eine Rasse mit sich bringt, sollte dann jedem bewusst sein.

Mehr zum Thema Samojede oder Hund findest du hier.

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